Mykorrhiza bei Cannabis – Wurzelpilze und ihre Impfung

Mykorrhiza ist eine Lebensgemeinschaft zwischen Wurzeln und Bodenpilzen, die die meisten Landpflanzen eingehen. Cannabis bildet die arbuskuläre Mykorrhiza, benannt nach bäumchenartigen Verzweigungen des Pilzes in den Wurzelzellen. Im Handel gibt es Präparate mit Pilzsporen, die mehr Ertrag versprechen. Ob eine Impfung wirkt, hängt an Boden, Düngung und Sorte. In gewachsener Gartenerde sind die Pilze meist schon da, ein Präparat bringt deshalb vor allem in steriler Erde etwas.

Was tauscht der Pilz mit der Wurzel?

Der Pilz liefert der Pflanze vor allem Phosphor, daneben Stickstoff und Zink, und bekommt dafür Zucker aus der Fotosynthese. Die Pilze leben nur mit einer lebenden Wirtspflanze. Kohlgewächse und einige andere Pflanzenfamilien gehen keine arbuskuläre Mykorrhiza ein. Der Pilz kann einen Großteil des Phosphors liefern, auch wenn die Pflanze sichtbar nicht besser wächst.

  • Im Freiland vor Cannabis keine Kohlgewächse anbauen, wenn der Boden Pilze aufbauen soll.

Wann hilft Mykorrhiza, und wann nicht?

Mykorrhiza hilft am meisten in phosphorarmem Boden, mit steigendem Phosphor im Boden sinkt ihr Nutzen. Die Wachstumsreaktion reicht je nach Bedingung von stark positiv bis zu einem Minus.

Lohnt eine Mykorrhiza-Impfung bei Cannabis?

Bei Cannabis brachte eine Impfung in armer, steriler Erde viel, in Kokos mit voller Düngung half sie nur einem Teil der Sorten. In steriler, phosphorarmer Erde ohne Dünger stieg THC um 60 % und CBD um 33 % gegenüber ungeimpftem Hanf. In Kokos mit wöchentlicher Volldüngung trugen drei von fünf Sorten mit einem Handelspräparat mehr getrocknete Blüten. Die Gehalte an Cannabinoiden stiegen oder sanken je nach Sorte. Ein Plus bei jeder Pflanze, wie es Werbung verspricht, zeigt sich bei Cannabis nicht.

Wann und wie kommt das Präparat an die Wurzel?

Das Präparat gehört beim ersten Umtopfen direkt an die Wurzeln. Angegossen kommen die Sporen kaum dort an, weil sie sich im Wasser schnell absetzen und auf der Oberfläche liegen bleiben. Präparate zum Angießen sind meist Pulver, das sich statt in Wasser auch trocken an die Wurzeln bringen lässt.

  • Beim Umtopfen das Pulver trocken um den Wurzelballen streuen, bevor der Topf aufgefüllt wird.
  • Bei Aussaat in den Endtopf das Pulver ins Substrat mischen, dafür braucht es mehr Präparat.

Quellen