Terra Preta – Pflanzenkohle im Garten

Terra Preta ist eine dunkle Erde im Amazonasgebiet, die Menschen vor Jahrhunderten selbst geschaffen haben. Sie entstand aus Asche, Knochen und Fäkalien, vermischt mit der Kohle von Koch- und Abfallfeuern. Am oberen Xingu legen die Kuikuro solche Erde bis heute auf Abfallhaufen an. Pflanzenkohle heißt Kohle, die gezielt für den Boden hergestellt wird. Sie entsteht, wenn pflanzliche Biomasse ohne Luft auf 350 bis 1000 °C erhitzt wird. Die Nährstoffe kamen aus den Abfällen, die Kohle hielt sie fest. Wer Terra Preta im Garten nachbauen will, muss die Kohle deshalb vorher mit Kompost oder Mist beladen.

Was macht Terra Preta fruchtbar?

Terra Preta ist weniger sauer als der Boden neben ihren Fundorten und hält deutlich mehr Nährstoffe. Der Nachbarboden liegt bei etwa pH 4, Terra Preta dagegen bei pH 5,2 bis 6,4. Pflanzenverfügbarer Phosphor erreicht dort über 200 mg/kg, im Nachbarboden etwa 5 mg/kg.

Gealterte Kohle trägt an ihrer Oberfläche Säuregruppen, an denen Nährstoffe haften. Die Kationenaustauschkapazität gibt an, wie viele positiv geladene Nährstoffe wie Kalium oder Calcium ein Boden festhalten und wieder abgeben kann. In Terra Preta lag sie je Einheit Humus etwa dreimal so hoch wie im Nachbarboden. Was sie für Erde und Substrat im Topf bedeutet, erklärt der Artikel über die Kationenaustauschkapazität.

Wie lädt man Pflanzenkohle, bevor sie in die Erde kommt?

Die Kohle rottet von Anfang an im Kompost mit, dieses Verfahren heißt Ko-Kompostierung. Beim Mitrotten nimmt die Kohle Nitrat aus dem Kompost auf, mitkompostierte Kohle trug über 5000 mg Nitratstickstoff je kg. Brennnesseljauche enthält nur 0,005 % Stickstoff und taugt deshalb nicht als alleinige Ladung.

  • Die zerkleinerte Kohle beim Aufsetzen des Komposts untermischen, ein Fünftel des Volumens.
  • Den Haufen sechs Wochen bei 60 bis 70 °C heiß rotten lassen.
  • Ohne heißen Komposthaufen die Kohle im Volumen 1:1 mit fertigem Kompost oder Mist mischen und zwei Wochen feucht halten.

Welche Kohle eignet sich, auch Grillkohle?

Grillkohle eignet sich, denn sie ist gewöhnliche Holzkohle. Sie kommt in groben Stücken, am besten wirken aber Körner von 0,5 bis 1 mm. Nachbehandelte Kohle, etwa gemahlen oder gesiebt, brachte im Mittel 14 % mehr Wachstum als unbehandelte. Waschen allein brachte im Mittel keinen Vorteil.

  • Die Kohle anfeuchten und zerkleinern, damit kein Staub aufsteigt.
  • Erst durch ein Sieb mit 1 mm Maschenweite schütteln, dann durch eines mit 0,5 mm, und das Korn dazwischen verwenden.

Wie viel Kohle kommt ins Beet, und was bringt sie?

Ein Kilogramm Kohle je m², umgerechnet rund 5 l, brachte in 144 Schweizer Gartenbeeten im Mittel 7,5 % mehr als Kompost allein. In 45 % der Beete lag das Plus über 10 %, in 31 % sank der Ertrag um mehr als 10 %. Kohl- und Kürbisgewächse sowie Doldenblütler reagierten positiv, Nachtschattengewächse negativ.

Mitkompostierte Kohle trug über viele Versuche gerechnet 40 % mehr als Kompost ohne Kohle. Mit Dünger zusammen brachte Kohle 15 % mehr als der Dünger allein, unter 10 °C Jahresmitteltemperatur aber keinen gesicherten Mehrertrag. Das betrifft weite Teile Mittel- und Nordeuropas, mitkompostierte Kohle brachte dagegen auch dort messbaren Nutzen. In Sandböden stieg das nutzbare Wasser um 47 %, allerdings erst mit 0,27 bis 10 Gewichtsprozent Kohle.

Der stabile Anteil von 97 % bleibt im Mittel 556 Jahre im Boden, die übrigen 3 % werden im ersten Jahr abgebaut. Für die Gabe ins Pflanzloch gibt es Praxisberichte aus Südasien mit 100 g je m², die Kohle war dort mit Rinderharn geladen.

  • Bei wenig Kohle je Pflanze etwa 25 g in 15 bis 25 cm Tiefe ins Pflanzloch geben.

Quellen