Chelat: ein Molekül, das ein Metall in der Nährlösung gelöst hält

Ein Chelat ist ein Metall, das an ein organisches Molekül gebunden ist und dadurch in der Nährlösung gelöst bleibt. Im Dünger begegnet es einem vor allem beim Eisen, als Eisen-DTPA oder Eisen-EDDHA. Der Grund: ungebundenes Eisen fällt bei höherem pH aus der Lösung aus und ist für die Wurzel dann verloren, obwohl es im Topf liegt.

Warum man es braucht

Eisen, Mangan, Zink und Kupfer fallen oberhalb von etwa pH 6 aus der Nährlösung aus, wenn sie nicht als Chelat vorliegen. Die Pflanze zeigt dann einen Mangel, obwohl der Dünger genug enthält, beim Eisen typisch als Vergilbung zwischen den Adern der jüngsten Blätter.

Wie ein Chelat funktioniert

Das Chelat umgreift das Metall wie eine Zange, daher der Name vom griechischen Wort für Krebsschere. So gebunden bleibt das Metall gelöst, auch wo es frei mit anderen Stoffen der Lösung zu einem unlöslichen Niederschlag reagieren würde. Ein Eisenchelat ist also Eisen in einer Form, die die Wurzel auch bei etwas höherem pH noch erreicht.

Welches Chelat bei welchem pH

Auch Chelate halten nur bis zu einer Grenze. Eisen-DTPA reicht bis pH 6,5 und bleibt bis pH 7 stabil. Eisen-EDDHA hält bis pH 9, Eisen-HBED bis pH 12. Für Kokos, Steinwolle und Hydrokultur, die im Bereich von etwa 5,5 bis 6,5 geführt werden, genügt also DTPA. EDDHA braucht man erst, wenn der pH an der Wurzel dauerhaft über 6,5 liegt.

Was man bei Eisenmangel zuerst tut

Den pH an der Wurzel messen. Liegt er zu hoch, senkt man ihn; solange er zu hoch bleibt, fällt auch zusätzliches Eisen ohne passendes Chelat aus. Erst wenn der pH sich nicht in den Zielbereich bringen lässt, wechselt man auf ein stabileres Chelat. Händler nennen für die einzelnen Chelate teils andere pH-Grenzen, die sich untereinander widersprechen; die Zahlen hier stammen aus einem Handbuch für Gewächshauskulturen.

Quellen