Kalium (K) bei Cannabis – Mangel und Bedarf

Die Ränder der unteren Blätter werden gelb, zuerst an den Sägezähnen. So beginnt ein Kaliummangel. Kalium ist einer der sechs Hauptnährstoffe. Es steuert die Spaltöffnungen, die kleinen Poren der Blätter, und damit den Wasserhaushalt. Außerdem hilft es beim Transport von Zucker in der Pflanze. In der Blüte brachten 60 mg/L denselben Ertrag wie 175 mg/L. Die Angabe mg/L heißt Milligramm je Liter Gießlösung. Zu viel Kalium schadet vor allem indirekt, weil es Calcium und Magnesium verdrängt.

Woran erkenne ich Kaliummangel?

Kaliummangel zeigt sich an gelben Rändern der unteren Blätter, die an den Sägezähnen beginnen. Die Mitte entlang der Mittelrippe bleibt zunächst grün. Die Mittelrippe ist die Hauptader in der Mitte jedes Teilblatts. Später wird der Rand braun und sieht verbrannt aus. Ältere Blätter biegen sich oft nach unten, und die Pflanze bleibt kleiner.

In der Blüte zeigen sich zwei Bilder an derselben Pflanze. Oben erscheinen dunkelbraune Flecken entlang der Seitenadern der Sugar Leaves. Das sind die kleinen Blätter in den Blütenständen. Unten werden Spitzen und Zähne der Fächerblätter erst gelb, dann hellbraun. Fächerblätter heißen die großen gefingerten Blätter an Stamm und Ästen.

  • Alle Stadien mit ihren Verwechslungen beschreibt der Artikel zu Nährstoffmangel und Überdosierung.
  • Magnesiummangel ausschließen. Er lässt die Adern grün und färbt das Feld dazwischen gelb, Kaliummangel vergilbt gleichmäßiger vom Rand.
  • Salzbrand ausschließen. Er läuft als gleichmäßig brauner Rand rund um das Blatt.
  • Den Verlauf über eine Woche beobachten: Kaliummangel schreitet langsamer voran als ein Salz- oder Trockenschaden.

Wie viel Kalium braucht Cannabis?

In der Blüte reichten 60 mg/L für den vollen Ertrag. Im Wachstum war 15 mg/L zu wenig. Eine Sorte wuchs am besten bei 175 mg/L, eine andere gleich gut zwischen 60 und 175 mg/L. Bei 240 mg/L war das Wachstum gebremst.

In der Blüte unterschied sich der Ertrag zwischen 60 und 175 mg/L nicht. In einer Hydrokultur, bei der die Wurzeln in der Nährlösung hängen, blieb er sogar zwischen 60 und 340 mg/L gleich. Cannabinoidsäuren wie THCA und Terpene, die Duftstoffe der Blüte, sanken dagegen mit steigendem Kalium. Händler schreiben oft ppm statt mg/L. In Gießwasser bedeuten beide Angaben dasselbe.

  • Wachstum: 60 bis 175 mg/L geben, nicht mehr.
  • Blüte: mit 60 mg/L beginnen.
  • Wer auf Wirkstoff und Aroma düngt, bleibt in der Blüte bei 60 mg/L.
  • Mutterpflanzen bekommen bei Pflanzenernährern der NC State University 80 bis 100 mg/L.
  • Den Kaliumgehalt des eigenen Düngers vom Etikett nachrechnen.

Was richtet zu viel Kalium an?

Meist sieht man nicht das Kalium, sondern einen Mangel an Calcium oder Magnesium. In einem Versuch im Wachstum sanken mit steigendem Kalium beide in Blatt, Stängel und Wurzel. Magnesium sank dort schon ab 60 mg/L. In der Wurzel sanken auch Zink, Eisen und Mangan.

In der Blüte vergilbten bei 175 bis 240 mg/L vor allem die älteren Blätter mäßig. Eine von zwei Sorten litt bei 240 mg/L auch physiologisch. Die Forscher erklären das mit dem gesunkenen Calcium und Magnesium in den Blättern.

  • Kaliumreiche Blühdünger und Kaliumbicarbonat prüfen. Kaliumbicarbonat hebt den pH-Wert an. Der pH-Wert sagt, wie sauer eine Lösung ist.
  • Nach einer pH-Anhebung mit Kaliumbicarbonat am nächsten Tag mit klarem Wasser gießen.
  • Gießlösung und Sickerwasser im Labor messen lassen. Sickerwasser läuft unten aus dem Topf.
  • In Perlite mit reichlich Sickerwasser lag Kalium dort ab 175 mg/L Gabe höher als in der Gießlösung. Bei so hohen Gaben lohnt sich der Vergleich.
  • Kalium senken. Ob es wirkt, zeigt der neue Austrieb.
  • Als Faustregel nennen Gärtner Kalium, Calcium und Magnesium im Verhältnis 4 : 2 : 1. An Cannabis geprüft ist dieses Verhältnis nicht.

Wie viel Kalium steckt in meinem Dünger?

Das Etikett nennt Kalium meist als K₂O, und dieser Wert mal 0,83 ergibt das Kalium. In der EU schreibt die Düngerverordnung diese Oxidform vor. Ein Blühdünger mit 8 % K₂O enthält also rechnerisch rund 6,6 % Kalium.

Für mg/L braucht man noch die Dichte aus dem Datenblatt. Masseprozent beziehen den Gehalt auf das Gewicht, Volumenprozent auf das Volumen. Bei Masseprozent gilt für 1 ml je Liter: Prozent mal 10 mal Dichte. Bei einer Dichte von 1,3 g/ml liefert schon 1 ml je Liter rechnerisch rund 86 mg/L Kalium. Das ist mehr als die 60 mg/L, die in der Blüte für den vollen Ertrag reichten.

  • Den ganzen Rechenweg mit Gießwasser zeigt der Artikel zum Berechnen der Nährlösung.
  • Den K₂O-Wert vom Etikett mal 0,83 nehmen.
  • Prüfen, ob das Etikett Masse- oder Volumenprozent nennt. Bei Volumenprozent entfällt die Dichte.
  • Kalium aus Grunddünger und Zusätzen zusammenzählen.

Was tue ich bei Kaliummangel?

Erst den Leitwert messen, und ist er normal, Kalium anheben. Der Leitwert, kurz EC, misst alle gelösten Salze zusammen. Ein hoher Leitwert verbrennt Blattränder ähnlich wie Kaliummangel.

Kalium kann auch fehlen, obwohl genug im Dünger steckt. In Erde wird es unter pH 6 und zwischen pH 7,6 und 8,4 knapp. Viel Magnesium oder Natrium drückt die Kaliumaufnahme.

  1. Leitwert und pH-Wert im Sickerwasser messen. Im Wachstum nennt die NC-State-Gruppe 2,0 bis 3,0 mS/cm im Sickerwasser nach der PourThru-Methode.
  2. Gießwasser und Dünger auf viel Magnesium und Natrium prüfen. Für Gewächshauskulturen gilt Wasser mit weniger als 34,5 mg/L Natrium als unbedenklich.
  3. Ist beides unauffällig, Kalium anheben. Die NC-State-Gruppe hält 40 bis 80 mg/L für ausreichend und rät vorsichtshalber zu 60 bis 120 mg/L.
  4. Den Neuaustrieb beobachten. Braune Ränder erholen sich nicht, neue Blätter bleiben bei Erfolg grün.
  5. Bleiben die neuen Blätter grün, den Wert halten und nicht weiter erhöhen.

Quellen