Magnesium (Mg) bei Cannabis – Mangel und Bedarf

Zwischen den Adern der unteren Blätter wird es gelb, die Adern selbst bleiben grün. So sieht ein typischer Magnesiummangel aus. Magnesium ist einer der sechs Hauptnährstoffe. Es sitzt im Zentrum des Blattgrüns und hilft beim Binden von Kohlendioxid aus der Luft. Sichtbar wird der Mangel oft erst, wenn er schon schwer ist. Das Fenster ist schmal: In Perlite waren 35 mg/L optimal, ab 70 mg/L litten die Blätter. Die Angabe mg/L heißt Milligramm je Liter Gießlösung.

Woran erkenne ich Magnesiummangel?

Magnesiummangel zeigt sich als gelbes Feld zwischen grünen Adern an den unteren Blättern. Oft beginnt es als gelbes Netz in der Blattmitte, das nach außen strahlt. Manchmal beginnt es auch als gelber Rand an den Blattspitzen. Später wird der Kontrast scharf, und zwischen den Adern erscheinen kleine hellbraune Flecken. Das Bild steigt bis zur Pflanzenmitte.

Oft zeigt sich Magnesiummangel erst nach dem Blühbeginn. Dann trifft er vor allem die kleineren, jüngeren Fächerblätter und die Sugar Leaves an den oberen Ästen. Fächerblätter sind die großen gefingerten Blätter, Sugar Leaves die kleinen Blätter in den Blütenständen. Einige ältere Fächerblätter bleiben dabei grün.

  • Alle Stadien mit ihren Verwechslungen beschreibt der Artikel zu Nährstoffmangel und Überdosierung.
  • Unten und in der Mitte nachsehen und auf grüne Adern achten.
  • Kaliummangel ausschließen. Er vergilbt gleichmäßiger vom Rand her und hinterlässt größere braune Flecken am Rand.
  • Im Wachstum Manganmangel ausschließen. Er zeigt ein ähnliches Netz, beginnt aber an den oberen Blättern.
  • Bei lilaschwarzen unteren Blättern den pH-Wert messen, der angibt, wie sauer der Wurzelraum ist. An anderen Kulturen kommt diese Farbe bei schwerem Magnesiummangel vor und bei zu viel Eisen und Mangan unter etwa pH 5.

Wie viel Magnesium braucht Cannabis?

In Perlite waren 35 mg/L optimal, im Wachstum wie in der Blüte. Perlite ist ein gebranntes Vulkangestein, das selbst kaum Nährstoffe hält. Bei 2 mg/L fehlten in der Blüte 37,7 % der Blütenmasse. Bei 2 bis 20 mg/L lagen auch die Cannabinoidsäuren wie THCA am tiefsten, ebenso die meisten Terpene. Terpene sind die Duftstoffe der Blüte.

In Torf mit Perlite wuchsen zwei CBD-Sorten bei 50 bis 75 mg/L am besten. Dort brachten 100 mg/L wieder weniger Blüten. Die beiden Werte stammen aus verschiedenen Anbaumedien und werden deshalb nicht gemittelt. Händler schreiben oft ppm statt mg/L. In Gießwasser bedeuten beide Angaben dasselbe.

  • Perlite: 35 mg/L in Wachstum und Blüte geben, in der Blüte nicht weniger.
  • Torf mit Perlite: 50 bis 75 mg/L geben.
  • Magnesium aus dem Leitungswasser mitzählen. Es steht in der Wasseranalyse des Versorgers.
  • Gartenerde, Komposterde, Kokos und Steinwolle wurden in diesen Versuchen nicht geprüft. Dort zeigt eine Laboranalyse von Substrat oder Lösung zusammen mit einer Blattprobe, ob genug ankommt.

Was richtet zu viel Magnesium an?

Zu viel Magnesium macht tote Flecken an alten Blättern und verbrannte Blattspitzen. In Perlite erschienen im Wachstum bei 70 und 140 mg/L abgestorbene Flecken an den alten Blättern unten am Stamm. In der Blüte verbrannten ab 70 mg/L zuerst die Blattspitzen, danach vergilbten die Blätter. Bei 140 mg/L lag die Blütenmasse 8,6 % unter dem Wert bei 35 mg/L, wobei in dieser Stufe auch das Sulfat stieg.

Magnesium drängt außerdem Calcium, Kalium, Zink und Mangan zurück. Bei 2 mg/L Magnesium enthielten die Blätter 61 % mehr Calcium als bei 140 mg/L. Zum Bild des Überschusses kann deshalb ein Calcium- oder Kaliummangel kommen.

  • Gießwasser auf Magnesium prüfen.
  • Bittersalz nicht wiederholt ohne Messung geben.
  • Magnesium senken. Ob es wirkt, zeigt der neue Austrieb, denn geschädigte Blätter erholen sich nicht.
  • Bleibt der Neuaustrieb ohne Flecken, den niedrigeren Wert halten.

Wie gebe ich Magnesium richtig?

Meist als Bittersalz, und 1 g davon je Liter liefert rechnerisch rund 99 mg/L Magnesium. Bittersalz ist Magnesiumsulfat mit Kristallwasser und enthält 9,9 % Magnesium. Kieserit enthält 17,6 %, weil weniger Wasser im Salz gebunden ist. Für dieselbe Menge Magnesium braucht man von Kieserit also nur gut die Hälfte.

Als einmalige Korrekturgabe nennt die NC-State-Gruppe 2,4 g Bittersalz je Liter. Das sind rechnerisch rund 240 mg/L Magnesium, mehr als die 140 mg/L, die in Perlite dauerhaft schadeten. Die Stoßgabe stammt aus der Beratungspraxis und ist an Cannabis nicht als Dauerwert geprüft. Auf Düngeretiketten steht Magnesium meist als MgO, und dieser Wert mal 0,60 ergibt das Magnesium.

  • Den ganzen Rechenweg mit Gießwasser zeigt der Artikel zum Berechnen der Nährlösung.
  • Zuerst die Salzform aus dem Datenblatt lesen.
  • Den MgO-Wert vom Etikett mal 0,60 nehmen.
  • Bittersalz und Calciumdünger nicht im selben Konzentrat ansetzen.
  • Bittersalz liefert zugleich Schwefel. Das hilft, wenn auch Schwefel fehlt.

Was tue ich bei Magnesiummangel?

Erst nach Gegenspielern suchen, dann Magnesium geben. Viel Kalium, Calcium oder Natrium im Wurzelraum drückt die Aufnahme. Weiches Wasser bringt in der Blüte, wenn der Bedarf hoch ist, zu wenig Magnesium mit. In Erde ist Magnesium zwischen pH 6,5 und 8,5 gut verfügbar.

Auch Phosphormangel kann den Wurzelraum ansäuern. Die Autoren eines Phosphorversuchs sehen darin einen Weg zu Magnesium- und Calciummangel.

  1. Dünger und Gießwasser auf viel Kalium, Calcium und Natrium prüfen.
  2. Den pH-Wert im Sickerwasser messen. Das ist das Wasser, das unten aus dem Topf läuft.
  3. Einmal mit 2,4 g Bittersalz je Liter gießen, sodass 5 bis 10 % als Sickerwasser ablaufen.
  4. Zur Vorbeugung genügen nach der NC-State-Gruppe monatlich 1,2 g je Liter.
  5. Den Neuaustrieb beobachten. Stark vergilbte Blätter werden meist nicht wieder grün, neue Blätter bleiben bei Erfolg grün.
  6. Bleibt der Neuaustrieb grün, keine weiteren Stoßgaben geben.

Quellen