Verdünnungseffekt: wenn mehr Blüte den Gehalt senkt

Bildet eine Pflanze weniger Blüte, kann ihr THC-Wert im Labor steigen. THC ist der berauschende Hauptwirkstoff. Die Pflanze hat dann nicht mehr davon gebildet. Das vorhandene THC steckt nur in weniger Masse. Das nennt man Verdünnungseffekt. Dieselbe Menge Zucker schmeckt in einem halben Glas Wasser süßer als in einem ganzen.

Woran erkennt man ihn an der eigenen Ernte?

Der Gehalt steigt, das Erntegewicht sinkt. Entscheidend ist die Menge Wirkstoff je Pflanze. 100 g Blüte mit 20 % THC enthalten 20 g THC. 70 g Blüte mit 25 % THC enthalten nur 17,5 g. Trotz besserem Laborwert steckt in der Ernte ein Achtel weniger THC.

  • Die getrocknete Blüte jeder Pflanze wiegen.
  • Gewicht mal Laborwert rechnen.
  • Nur diese Menge vergleichen, nie den Prozentwert allein.

Bei welchen Maßnahmen tritt er auf?

Oft dann, wenn etwas das Wachstum bremst. Bei Phosphormangel stieg der Gehalt um bis zu ein Viertel. Ertrag und Wirkstoffmenge je Pflanze sanken aber. Manchmal sinkt auch nur die Ernte, und der Laborwert bleibt gleich. Ohne Stickstoff schrumpfte die Blüte auf gut ein Viertel, und der Gehalt blieb gleich.

  • Nach Mangel, Trockenheit oder Spülen zuerst das Erntegewicht prüfen.
  • Gleicher Laborwert bei weniger Blüte heißt: weniger Wirkstoff.

Ist jeder höhere Gehalt eine Verdünnung?

Nein. Steigen Gehalt und Menge zusammen, hat die Pflanze wirklich mehr gebildet. Eine Sorte, die vor der Ernte welken musste, hatte etwa ein Achtel mehr Gehalt. Die Wirkstoffmenge je Fläche stieg dabei um über 40 %.

  • Bei jedem Bericht über mehr THC nach dem Erntegewicht suchen.
  • Fehlt das Gewicht, die Aussage nicht übernehmen.

Wie vergleicht man fair?

Gleiche Pflanzen, gleiche Behandlung, nur ein Unterschied. Der Gehalt schwankt zudem zwischen oberen und unteren Blüten.

  1. Stecklinge, also bewurzelte Ableger einer Mutterpflanze, in zwei gleich große Gruppen teilen.
  2. Nur eine Gruppe bekommt die Maßnahme.
  3. Beide am selben Tag ernten, gleich trocknen und einzeln wiegen.
  4. Die Laborprobe immer von derselben Stelle nehmen, etwa der obersten Blüte.
  5. Die Menge je Pflanze vergleichen.

Quellen