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Mextiza – Sativa aus drei Landrassen
Mextiza vereint drei Landrassen: eine Oaxaca aus Mexiko, Nepal Highland und Jamaican Blue Mountain ’85. Gezüchtet hat sie Charlie Garcia, in der Szene als Kaiki bekannt, für Cannabiogen, wo sie seit Jahren nicht mehr erhältlich ist. Die Samen in dieser Packung sind eine Nachzucht von Bunkerlinge Seeds aus offener Bestäubung.
Mextiza ist eine späte, hoch wachsende Sativa mit ausgeprägter Schimmelresistenz. Der Genpool ist groß und es gibt viele Unterschiede zu entdecken da die Sorte nicht durchgezüchtet ist, Bei jeder der drei getesteten Pflanzen lag ein anderer Duftstoff vorn, und die Wirkung reicht von geerdet und klar bis stark psychedelisch. Angebaut gehört sie drinnen, wo sich ihre Blüte von 11–13 Wochen planen lässt.
Kurz-Info:
- Genetik: Oaxaca S1 × NepalJam F6
- Landrassen: Oaxaca (Mexiko), Nepal Highland, Jamaican Blue Mountain ’85
- Ausgangssorte: Charlie Garcia (Kaiki), Cannabiogen
- Samentyp: regulär, offen bestäubt
- Wuchs: hoch wachsende Sativa, starke Streckung in der Blüte
- Blüte drinnen: 11–13 Wochen
- Anbauempfehlung: drinnen, draußen auf 48,5° N frühestens Anfang bis Mitte November reif
- Gesamt-THC: 7,6–10,7 % (drei Pflanzen, versamt gemessen)
- Terpene: 0,82–1,73 %, Terpinolen bei allen drei Pflanzen unter den ersten drei, Kampfer bis 2,9 mg/g
- Duft: von Rose, Salbei und Weihrauch über Palo Santo und Lavendel bis Kiefernharz, Orange und Passionsfrucht
- Wirkung: klar und energisch, je nach Pflanze geerdet bis stark psychedelisch
- HLVd: negativ getestet (Samen)
Stammbaum kompakt:
│
├── Oaxaca S1 [Kushyman · letzter Steckling aus Dr. Greenthumbs Mexiko-Sammlung, 1990er · fälschlich „Oaxaca ’79“]
│
└── NepalJam F6 [(Nepal Highland × Jamaican Blue Mountain ’85) × Nepal Highland]
Abstammung
Mutterseite: Oaxaca S1
Dr. Greenthumb sammelte die Oaxaca in den 1990er-Jahren selbst in Mexiko und wählte daraus eine Mutterpflanze aus. Kushyman selbstete den letzten Steckling dieser Mutter, bestäubte ihn also mit seinem eigenen Pollen. Samen aus einer solchen Selbstung heißen S1. Um 2006 schickte Kushyman sechs feminisierte S1-Samen an Charlie Garcia, und aus ihnen ging die Mutterseite der Mextiza hervor.
Woher die „79“ kommt
Bekannt ist die Oaxaca auch als „Oaxaca ’79“. Die Jahreszahl beruht auf einer Verwechslung, die Kushyman selbst aufgeklärt hat. Er hatte Charlie Garcia auch von seiner ersten mexikanischen Pflanze erzählt, die 1979 bei ihm draußen reif wurde, und Charlie hat die beiden Geschichten verwechselt. Gesammelt wurde die Oaxaca erst in den 1990er-Jahren.
Vaterseite: NepalJam F6
Am Anfang der NepalJam steht eine Kreuzung aus Nepal Highland, einer Landrasse aus Nepal, und Jamaican Blue Mountain ’85. Diese Landrasse aus Jamaika wurde 1985 gesammelt und danach in Spanien akklimatisiert. Die Nachkommen wurden noch einmal mit Nepal Highland gekreuzt. Rechnerisch stammen damit im Mittel drei Viertel des Erbguts von der nepalesischen Seite. Anschließend wurde die Linie bis zur sechsten Nachkommengeneration, der F6, weitergeführt.
ACE Seeds führt diese Linie als Nepal Jam und beschreibt sie als sehr widerstandsfähig gegen Schimmel und Kälte, im Duft süß und cremig mit Honig.
Die Kreuzung
Charlie Garcia kreuzte die Oaxaca S1 mit der NepalJam F6. Auf der einen Seite steht die einmalige Selbstung einer Wildpflanze, auf der anderen eine über sechs Generationen geführte Kreuzung zweier Landrassen. Durchgezüchtet ist keine der beiden Seiten, und die Merkmale der drei Landrassen spalten in den Nachkommen breit auf.
Die vorliegende Nachzucht wurde offen bestäubt. Der Pollen wandert dabei frei unter den Pflanzen, und kein einzelner Vater wird ausgewählt. So bleibt die Breite der Linie erhalten.
Der exakte Stammbaum
│
└── Mextiza [Cannabiogen, Charlie Garcia „Kaiki“]
│
├── Oaxaca S1 (feminisiert)
│ └── geselbstet von Kushyman
│ └── letzter Steckling der Mutterpflanze, ausgewählt von Dr. Greenthumb
│ └── Oaxaca, Mexiko, gesammelt von Dr. Greenthumb in den 1990ern
│ (fälschlich bekannt als „Oaxaca ’79“)
│
└── NepalJam F6
└── (Nepal Highland × Jamaican Blue Mountain ’85) × Nepal Highland
├── Nepal Highland × Jamaican Blue Mountain ’85
│ ├── Nepal Highland (Landrasse)
│ └── Jamaican Blue Mountain ’85 (Landrasse, gesammelt 1985, in Spanien akklimatisiert)
│
└── Nepal Highland (Landrasse, Rückkreuzung)
Pflanzenmorphologie
Mextiza wächst als ausgeprägte Sativa. In der Blüte streckt sie sich massiv und wird sehr groß, wenn man sie lässt. Wuchs und Reifezeit streuen zwischen den Pflanzen einer Packung, denn die Merkmale der drei Landrassen spalten auf. Wer mehrere Samen zieht, sieht die Unterschiede nebeneinander und kann gezielt auslesen.
Terpene und Duft
Untersucht wurden die drei Keeper-Damen dieser Nachzucht, Mextiza #1, Mextiza #5 und Mextiza #7, nach rund 90 Tagen Blüte geerntet und gecurt. Ihre Terpengehalte liegen zwischen 0,82 und 1,73 %. Terpinolen steht bei allen dreien unter den ersten drei, ein frischer, kräutrig-harziger Duftstoff. Der stärkste Stoff ist aber bei jeder Pflanze ein anderer.
Mextiza #1: cis-Phytol vorn
Mit 0,82 % Terpenen ist Mextiza #1 die zurückhaltendste der drei. Vorn liegt cis-Phytol mit 0,19 %, gefolgt von Myrcen (0,11 %), Terpinolen (0,10 %) und m-Cymen (0,09 %). Dazu kommen β-Caryophyllen, β-Ocimen, α-Pinen, Kampfer, α-Humulen und 3-Caren.
Mextiza #5: Terpinolen vorn
Mextiza #5 trägt mit 1,73 % das reichste Profil der drei, auf dem Zertifikat stehen 19 Stoffe. Terpinolen allein macht mit 0,44 % rund ein Viertel davon aus. Es folgen β-Caryophyllen (0,17 %), D-Limonen (0,11 %) und Guaiolacetat (0,10 %). Daneben finden sich Linalool mit seiner Lavendelnote, das jasminartige Dihydrojasmon, das holzige Guaiol und mit D-iso-Menthon ein minziger Stoff.
Mextiza #7: Kampfer vorn
Bei Mextiza #7 steht Kampfer mit 0,29 % an der Spitze, vor Terpinolen (0,17 %), Myrcen (0,15 %) und D-Limonen (0,11 %). Gesamt kommt sie auf 1,09 % Terpene.
Kampfer weit über dem Vergleichswert
Eine Arbeit von Chacon und Kollegen aus dem Jahr 2022 stellt Terpenwerte aus der Cannabisforschung tabellarisch zusammen und nennt für Kampfer 0,001–0,01 mg/g. Mextiza #7 kommt auf 2,9 mg/g, rechnerisch rund das 290-Fache des dort genannten Höchstwerts. Auch Mextiza #1 liegt mit 0,5 mg/g noch beim 50-Fachen.
Wie Mextiza riecht
An den drei Pflanzen zeigten sich Rose, Weihrauch, Salbei, Lavendel und vergorene Frucht, meist auf einer holzigen Basis mit stechender Würze. Zitrus gab nur Mextiza #5 ab, und das nur kurz zu Beginn. Beim Curen hat sich der Duft bei allen drei Pflanzen noch einmal deutlich verändert, und zwar zum Besseren.
Ein Grower aus dem pazifischen Nordwesten der USA hat die Pflanzen seiner eigenen Mextiza-Linie einzeln beschrieben. Eine roch nach Kiefernharz und Passionsfrucht mit erdigem Lavendel. Eine andere begann mit Orange auf einer cremigen Basis aus Palo-Santo-Holz, eine dritte roch nach reiner Orange und Zeder. Die vierte eröffnete mit Terpentin, darunter überreife Orange, Zeder und ein Hauch Minze.
Welche Stoffe hinter den Düften stehen
Viele dieser Noten finden sich in den Zertifikaten wieder. Kiefernharz und Terpentin passen zu α-Pinen, β-Pinen und 3-Caren, den Hauptbestandteilen von Terpentin. Der Lavendel passt zum Linalool von Mextiza #5, die Minze zu ihrem Menthon und die Orange zum Limonen. Palo Santo und Rose passen zum Guaiol von Mextiza #5: Es ist ein Hauptbestandteil des Holzöls von Palo Santo, das weich rosenartig riecht. Zum Salbei passt der Kampfer, der auch im Salbeiöl eine der tragenden Komponenten ist.
Ein Teil des Dufts bleibt für das Terpenpanel unsichtbar. Passionsfrucht entsteht in Cannabis nicht durch Terpene, sondern durch schwefelhaltige Verbindungen wie 3-Mercaptohexanol, die schon in winzigen Mengen stark riechen und mit dieser Methode nicht gemessen werden. Ebenso stehen Bulnesol, der zweite Hauptstoff des Palo-Santo-Öls, und Thujon aus dem Salbei auf keinem der Zertifikate. Mextiza kann deshalb mehr Duftstoffe tragen, als die Zahlen zeigen.
Wirkung
Die Wirkung streut so weit wie der Duft. Übereinstimmend beschreiben Berichte zu verschiedenen Mextiza-Linien eine Sorte für den Tag: ein klares, waches High im Kopf, das die Laune hebt und Lust gibt, etwas zu unternehmen. Am genauesten hat sie der Grower aus dem pazifischen Nordwesten beschrieben, Pflanze für Pflanze, und seine Berichte ordnen sich in drei Typen.
Der geerdete Typ
Diese Pflanzen setzen langsam ein, ganz da ist die Wirkung erst nach etwa zehn Minuten. Sie wirken energisch, aber ruhig, präsent und kreativ, mit gutem Körpergefühl und Lust auf Bewegung. Der Grower nennt das „Inselstimmung“: Man kommt stetig voran und genießt den Weg. Die Wirkung hält zwei bis fünf Stunden. Bei einer Pflanze klang sie sanft aus, bei einer anderen ließ sie am Ende abrupt nach und machte so müde, dass der Grower vor seiner letzten Arbeitsstunde reif fürs Bett war.
Der Mittelweg
Eine Pflanze lag zwischen den Extremen. Ihre Wirkung setzte kräftig ein, zuerst spürbar in den Augen, und gab fast drei Stunden lang Energie wie eine Tasse Kaffee, mit einem leicht psychedelischen Einschlag und trotzdem geerdet. Zum Skaten und Wandern fand der Grower sie ideal. Die zweite Hälfte war eher stoned, aber nicht müde, und noch sechs Stunden später war sie leicht zu spüren. Beim Abklingen gab es kaum ein Tief.
Der starke Typ
Die kräftigsten Pflanzen treffen sofort. Der Grower beschreibt sie als stark aufgedreht und psychedelisch, wie vier Tassen Kaffee und eine leichte Dosis Pilze; die optischen Eindrücke verstärkte keine Pflanze so sehr wie diese. Nach kurzem Curen machte sie ihn eher in sich gekehrt und konnte ins Paranoide kippen, Menschen mit wenig Toleranz rät er zur Vorsicht. Nach längerem Curen wirkte dieselbe Pflanze gesprächig und gesellig, die Paranoia war verschwunden. Gut zwei Stunden hielt sie stark an, danach blieb sie zwei Stunden spürbar, aber wach, und klang über drei weitere Stunden langsam aus.
Anbauempfehlung
Drinnen
Wir empfehlen Mextiza für den Anbau drinnen. Sie braucht 11–13 Wochen Blüte und streckt sich nach der Blüteeinleitung auf das Drei- bis Vierfache ihrer Höhe. Das lässt sich steuern: durch Beschneiden, eine frühe Blüteeinleitung und die Wahl der Topfgröße. Wird es wirklich eng, hilft eine Verkürzung auf 11,5 Stunden Licht. Wer Platz nach oben hat, kann sie auch zu riesigen Tannenbäumen wachsen lassen.
Bei der Nährstoffversorgung ist Mextiza unkompliziert. Sie braucht sehr wenig Dünger und reagiert wie viele Sativas empfindlich auf hohe Stickstoffwerte.
Draußen
Draußen empfehlen wir Mextiza nur in mediterranem Klima. In Deutschland ist der Anbau nicht unmöglich, wir führen sie hier aber ausdrücklich als experimentelle Genetik: Auf 48,5° N steht sie erst Anfang Oktober in voller Blüte und ist frühestens Anfang bis Mitte November fertig, mitten in den Wochen mit kalten, nassen Nächten und ersten Frösten. Wer Glück mit dem Wetter hat oder sie ins Gewächshaus holen kann, hat trotzdem eine Chance, sie hier einigermaßen fertig zu bekommen.
Ihre eigentliche Stärke für das Freiland liegt in der Kreuzung. Mit schneller Outdoor-Genetik gekreuzt, bringt Mextiza einen ordentlichen Sativa-Einschlag und deutliche Heterosiseffekte in die Nachkommen, also die besondere Wuchskraft der ersten Kreuzungsgeneration. Zusammen mit ihrer Schimmel- und Kälteresistenz macht sie das zu einer ausgezeichneten Wahl für Kreuzungsexperimente. Ein echtes Goldstück mit dem Potenzial, absolut geniale Pflanzen hervorzubringen.
Schimmelresistenz
Der Grower im pazifischen Nordwesten zieht seine Mextiza-Linie am Rand des Hoh-Regenwalds. Er steht auf 48° N, dem Breitengrad Münchens, wo im Jahr über 1.800 mm Regen fallen. Über viele Phänotypen hinweg bleibt die Sorte dort praktisch frei von Schimmel und hat auch Fröste überstanden.
Auch die Vaterseite gilt als schimmelfest. Wie sich die Resistenz zwischen den Elternseiten verteilt, ist nicht untersucht.
Laborwerte
Gemessen hat Altus Biolabs in Wien, ein nach ISO 9001:2015 zertifiziertes Labor. Die Cannabinoide wurden per HPLC (Flüssigchromatographie) bestimmt, die Terpene per GC-FID (Gaschromatographie). Auf das Hop Latent Viroid (HLVd), einen Erreger, der Cannabispflanzen befallen kann, wurde per RT-qPCR getestet, einem Gentest.
Cannabinoide
Mextiza #5 ist damit in Cannabinoiden und Terpenen die stärkste der drei.
HLVd
Samen aller drei Pflanzen wurden am 25.09.2026 per RT-qPCR auf HLVd getestet, alle mit negativem Ergebnis.
Wie die Werte zu lesen sind
Die drei Pflanzen waren stark versamt. Das Labor hat die Samen entfernt und Blütenreste mit Samenhüllen gemessen. Messungen an unbestäubten Blüten liegen nicht vor. Die Zahlen zeigen deshalb, welche Stoffe Mextiza bildet und wie unterschiedlich die Pflanzen ausfallen; für den Gehalt unbestäubter Blüten sind sie nur ein grober Anhalt.
Für wen die Sorte gedacht ist
Mextiza passt zu Anbauern, die drinnen eine Sativa für den Tag ziehen wollen und dafür Zeit und Höhe haben. Sie passt zu Züchtern, die schimmelresistente Sativa-Genetik aus drei Landrassen in eigene Linien bringen wollen, etwa in früh blühende Outdoor-Kreuzungen. Und sie passt zu Phänotypenjägern, denn schon drei Pflanzen zeigen drei verschiedene Terpenprofile.
Weniger geeignet ist sie für eine sichere Ernte draußen in Deutschland und für alle, die eine schnelle Sorte oder eine einheitliche Pflanzenreihe erwarten.
Lagerung
Die Samen sind auf rund 6 % Restfeuchte getrocknet; wie das abläuft, beschreibt der Lexikonartikel zur Samentrocknung. Luftdicht im Aluverbund verpackt, lassen sie sich so lagern, wie sie ankommen, ob im Kühlschrank oder im Gefrierfach.
Inhalt: 10 Reguläre Cannabissamen | Züchter: Bunkerlinge Seeds | Genetik: Oaxaca S1 × NepalJam F6 (Mextiza, Cannabiogen)
| Genetik | Photoperiodisch |
|---|---|
| Geschlecht | Regulär |
| Umgebung | Indoor |
| Züchter | Bunkerlinge Seeds |
| Terpenprofil | Terpinolen |
| Eigenschaft | Zum Weiterzüchten |
- Samenversand: 3-4 Tage National
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